Offener Brief an Iris Reuther (WK 12.12.2016)

Steintor. Der Grünen-Stadtteilpolitiker Rainer Stadtwald, der sich seit jeher auch an anderen Stellen für den Erhalt von Pflasterstraßen einsetzt, hat seine Kritik am Verhalten der Stadt in der Ritterstraße in einem offenen Brief an Senatsbaudirektorin Iris Reuther ausgedrückt.

Hier der Brief in Auszügen: „Ihren Vortrag auf der Veranstaltung ‚Tradition und Moderne’ im Festsaal der Bremischen Bürgerschaft leiteten Sie vor ein paar Tagen mit den Worten und der Bitte ein, den Respekt vor dem baulichen Erbe unserer Stadt zu wahren. Allerdings haben viele Menschen in unserem Stadtteil und auch ich den Eindruck, dass Sie diesen, von Ihnen geforderten Respekt, gegenüber der im Steintor gelegenen Ritterstraße aktuell persönlich nicht wahren. (…) Sie befürworten, die Ritterstraße asphaltieren zu lassen. Die Straße liegt in einem für Bremen wichtigen und attraktiven Altstadtgebiet. Da Sie die Situation vor Ort genau kennen, dürfte Ihnen nicht entgangen sein, dass die Ritterstraße von 32 anderen Pflasterstraßen komplett umschlossen ist.“

Dann geht der Stadtteilpolitiker auf die Broschüre „Bremen Innenstadt 2025“ ein, die von Bau- und Verkehrssenator Joachim Lohse (Grüne) mit herausgegeben wurde. Darin heißt es: „Ein Alleinstellungsmerkmal der Bremer Innenstadt sind die vielen Quartiere, die mit ihrer Eigenart und Atmosphäre entscheidend zur städtebaulichen Identität beitragen.“ Rainer Stadtwald fragt: „Warum weichen Sie nun bei der Neugestaltung der Ritterstraße von den von Ihren selbst postulierten Zielen ab? Es wäre schön, wenn Sie uns ‚lokalen Akteuren’ die Asphaltierung der Ritterstraße (…) noch einmal genauer erklären könnten – aus städtebaulicher Sicht. Es verwundert, dass Sie einen im Jahre 1999 aufgestellten Verwaltungsbeschluss ‚Pflasterkataster’ über das von Ihnen mit erarbeitete aktuelle Zukunftskonzept ‚Bremen 2025’ stellen. (…) Trotz des ‚Pflasterkatasters’ sind in den vergangenen 15 Jahren viele nicht im Kataster aufgeführte Wohnstraßen in unserem Viertel wieder gepflastert worden. Immer wenn Kanalbauarbeiten anstanden, gab es Bürgerinitiativen zum Erhalt des historisch gewachsenen Stadtbildes. Dank dieses örtlichen Bürgerengagements ergibt sich aktuell ein zu 95% in Pflasterbauweise erhaltenes Straßenbild in unserem Quartier. Pflaster war, und ist im Steintor stadtbildprägend.“

„Viele Bürgerinnen und Bürger setzen sich für eine generationsübergreifende Nachhaltigkeit beim Bauen im öffentlichen Raum ein. Sie erweisen damit dem baulichen Erbe den Respekt, den Sie im Festsaal der Bremischen Bürgerschaft in Ihrem Vortrag einfordern.

 


Zeitungsartikel:

Offener Brief an Iris Reuther

Erschienen am 12.12.2016 im Weser-Kurier, Stadtteilbeilage Mitte, von Liane Janz

 


 

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