Unsere Argumente

Die Argumente, die sich in der Diskussion um die Gestaltung der Ritterstraße herausgebildet haben, befinden sich in einem Flyer, mit dem wir im Juli 2016 die Gespräche mit den weiteren Nachbarn gesucht haben. Aus dem Inhalt:


Das Viertel ist schön – Für ein authentisches Ortsbild mit hoher Aufenthaltsqualität.

Das Viertel lebt vom Flanieren auf den Straßen. Vor allem Fußgänger und Radfahrer sind hier unterwegs. Bremer, wie auch Gäste von außerhalb, genießen die besondere Atmosphäre des Viertels.

In dieses Bild fügt sich die Ritterstraße sehr gut ein: mit verkehrsberuhigender Fahrbahnverschwenkung und anwohner-gepflegter Straßenbegrünung – eine Straße als Lebensraum mit Aufenthaltsqualität.

“Alle Straßen in der Nachbarschaft– mit Ausnahme der Helenenstraße – sind gepflastert. Wir möchten, dass ein einheitliches Stadtbild erhalten bleibt.”

Die Ritterstraße muss in einer Einheit mit den sie umgebenden Straßen und im Kontext der historischen Bebauung betrachtet werden.

Abb. (Fotomontage): Die Anwohner und Mitglieder der Bürgerinitiative Ritterstraße plädieren für einen handwerklich einwandfrei und radfahrerfreundlich hergestellten Großpflasterstein-Belag.

Eine Straße für alle – Warum traditionelles Pflaster in unsere Straße gehört.

Das Ortsbild ist geprägt durch stuckverzierte Altbremer Häuser. Blühende Vorgärten säumen schmale Pflasterstraßen. Auch in der Ritterstraße ist dieses historische Pflaster teilweise noch vorhanden.

Doch nun will die Stadt die Fahrbahn asphaltieren. Die Viertel-Atmosphäre ist in Gefahr. Nur durch unseren gemeinsamen Einsatz können wir jetzt den Präzedenzfall verhindern und daß ein bekanntes Stadtbild nach und nach verschwindet.

“Eine Pflasterstraße lädt zum Langsamfahren ein – das macht unsere Straße sicher für die Kinder, die hier spielen.”

Die nahe Zukunft gehört den Elektroautos. Sie sind lautlos und beschleunigen sehr schnell – gefährlich für spielende Kinder und hör- oder sehbeeinträchtigte Menschen. Nur auf Pflasterbelag bleiben sie durch Abrollgeräusche hörbar – ein großer Sicherheitsvorteil für Kinder und ältere Mitbürger.

Wie kann Radfahren auf Pflasterstein bequem und sicher sein? Durch einen Angebotsstreifen in Fahrbahnmitte aus rutschfestem, glatt geschliffenem Pflasterstein – als Angebot für noch bequemeres Fahrradfahren.

Ökologie und Nachhaltigkeit – Eine Zukunftsaufgabe.

Eine Pflastersteinstraße ist langlebig. Sie hält bis zu 100 Jahre. Asphalt hingegen muß schon nach spätestens 30 Jahren erneuert werden. Jetzt billig bauen heißt: teuer für zukünftige Generationen.

Eine Pflasterstraße ist nachhaltig. Gewöhnliche Eingriffe durch Arbeiten an Versorgungsleitungen oder Hausanschlüssen hinterlassen keine Spuren. Bei Asphalt hingegen entsteht mit der Zeit ein hässlicher Flickenteppich. Undichte Ausbesserungen verursachen Frostschäden und Schlaglöcher – Geld für Reparaturen jedoch fehlt in Bremen. 

Pflasterstraßen sind ökologisch. In den Fugen kann Regenwasser versickern. Sauerstoff kann in den Boden eindringen. Pflaster ist die bessere Lösung für unsere Umwelt.

Abb.: Historische Aufnahme der Schweizer Straße Ecke Ritterstraße: Einst gepflastert, heute unter Asphalt begraben. 

Asphalt besteht aus Erdöl und Schotter, angereichert mit weiteren Chemikalien. Große Hitze beschleunigt die Alterung. Pflastersteine sind ein Naturprodukt – für die Ritterstraße die bessere Wahl. 

“Entsprechendes Material steht in Bremen ausreichend und kostengünstig zur Verfügung.” 

Es gibt genügend Pflastersteine aus anderen Bremer Straßen, die dort nicht mehr gebraucht und somit entsorgt werden. Dadurch stehen der Stadt nahezu kostenlos geeignete Pflastersteine zur Verfügung. Geringe Mehrkosten gegenüber einer Asphaltierung entstehen nur durch das Verlegen der Steine. Auch in der Ritterstraße befindet sich derzeit noch bestes Material: Rinnsteine aus Blaubasalt, Bordsteine aus Granit. Dies darf nicht entsorgt werden und muss für Bremen erhalten bleiben.

 

Liebe Nachbarschaft, die Bürgerinitiative Ritterstraße bittet um Ihre Unterstützung bei unserer Forderung: Die Ritterstraße und die westliche Schweizer Straße müssen nach den Kanalbauarbeiten wieder gepflastert werden,

  • weil Pflaster die Aufenthaltsqualität unserer Straße erhöht und zum Verweilen einlädt;
  • weil Pflaster sich ins Viertel-Stadtbild einfügt – alle Nebenstraßen um uns herum sind gepflastert;
  • weil genügend Pflastersteine ausreichend und nahezu kostenlos zur Verfügung stehen;
  • weil Pflaster potentielle Raser hemmt und den Fahrzeugverkehr entschleunigt – mehr Sicherheit für unsere spielenden Kinder;
  • weil der Fahrzeugverkehr durch Abrollgeräusche für spielende Kinder hörbar bleibt;
  • weil ordentlich verlegtes, ebenes Pflaster auch zum Radfahren gut geeignet ist;
  • weil Pflaster ein Naturprodukt und somit ökologisch ist;
  • weil Pflaster gegenüber Asphalt deutlich länger hält und somit kostengünstiger und viel nachhaltiger ist.

Bitte unterstützen Sie uns durch Ihre Unterschrift. 

 


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Kontakt zur Bürgerinitiative – Wir freuen uns jederzeit über eine Nachricht.

 

 


 

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3 Gedanken zu “Unsere Argumente

  1. klaus-dieter schreibt:

    mal abgesehen davon, dass es immer mehr als kritisch zu beäugen ist wenn sich mehr als fünf deutsche zusammenschließen um irgendetwas zu erreichen, stellt sich mir die frage ob euch eigentlich bewusst ist, mit was für eckehaften kategorien ihr hier hantiert. der ruf nach einem traditionellen und einheitlichen ortsbild, wie ihr es nennt, ist halt irgendwo doch ausdruck eines regressiven antimodernismus. Auch impliziert dieser gedanke immer einen positiv besetzten bezug auf „natürlichkeit“ und „natürlich gewachsene strukturn“, die dann von äußeren einflüssen sinngemäß freigehalten werden müssen. unsere omas und opas hätten wohl gesagt von jüdischen volksschädlingen befreit werden müssen. dieser vergleich bringt euch vermutlich auf die palme, führt aber auch unter umständen mal dazu, dass man vielleicht drüber nachdenkt wieso gerade solch ein projekt soviel emotinalität und engargement hervorbingt. man hat sich doch das restliche jahr über auch ganz gut mit den ausbeuterischen verhältnissen der kapitalistischen vergesellschaftung abgefunden. (in aleppo sterben übrigens immernoch jeden tag menschen) aber wenn dann „die da oben“ kommen und einem vorschreiben was man für eine strasse vor seiner haustür haben soll, dann bringt das selbst einen alt-68er mal wieder an den runden tisch des politischen engagements. „das geht dann nämlich wirklich zu weit!“

    vermutlich werdet ihr diesen beitrag sofort löschen, also bleibt einem nur noch den refrain eines liedes zu zitieren, dass ihr wohl vor 25 jahren noch selbst im sielwallhaus mitgegrölt habet:
    „ihr seit nichts als linke spießer, ihr habt nichts dazugelernt“

    hochachtungsvoll
    klaus-dieter, eine besorgter bürger der freien hansestadt

    Gefällt mir

  2. Fritz the Cat schreibt:

    Moin Klaus-Dieter,

    Ein wichtiges Argument gegen Asphalt ist: Der Verkehr in dieser Straße muß ausgebremst werden. Hier spielen Kinder, weil es in der Umgebung einfach kaum Angebote gibt. Es mangelt an Grünflächen und Spielplätzen.

    Fahrradfahrer sind für Kinder kaum weniger gefährlich als Autos. Es ist erst eine Woche her, dass in Bremen eine Passantin starb, nachdem sie (in der Fußgängerzone!) mit einem Radfahrer zusammenstieß. Das war bereits der zweite derartige Unfall in diesem Jahr.

    Wenn die Straße gepflastert wird, bremst das vor allem den Fahrradverkehr aus. Auch können die Kinder Autos auf Pflaster viel besser wahrnehmen als auf Asphalt.

    Ist das „eckehaft“? Läuft das unter „linker Spießer“? Der Krieg in Aleppo ist schlimm, aber ich sehe nicht ganz den Zusammenhang mit der Ritterstraße. Weil die Welt mit großen Problemen belastet ist, dürfen die kleinen Probleme nicht einfach unter den Tisch fallen.

    Wer immer bisher gegen Pflaster argumentiert hat, entpuppte sich bei näherem Hinsehen durchweg als Autofahrer, der vor allem eins will: Freie Bahn.

    Verdanken wir Leuten wie Dir die Planung der Mozarttrasse? Ihr verliert, Leute. Ihr verliert.

    Gruß,
    Fritz the Cat

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